Profil
Das Graduiertenkolleg „Modulation von Wirtszellfunktionen zur Behandlung viraler und bakterieller Infektionen“ stärkt die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Grundlagenforschung an den medizinischen Fakultäten der Universitäten Bochum, Düsseldorf und Duisburg-Essen. Ziel des Universitäts-übergreifenden Graduiertenkollegs ist es, eine methodische und thematische Kooperation zwischen den Universitäten der Region Rhein-Ruhr zu etablieren und Lehrinhalte der Studentenausbildung im Bereich der Infektionsimmunologie zu koordinieren. Auf diese Weise wurde ein Kompetenzschwerpunkt im Bereich der Infektionsforschung in der Region Rhein-Ruhr geschaffen.
Nach einer intensiven Basisausbildung in der Immunologie erstellen zwölf Doktoranden zur Zeit in den einzelnen Instituten in verschiedenen Projekten zu den Themen „Immunmodulation“ und „Signaltransduktion“ bei Infektionen ihre Promotionsarbeiten. Dabei werden neue Strategien für die Intervention bei akuten oder chronischen Infektionen entwickelt, bei denen nicht der Erreger selbst das Ziel der Therapie ist, sondern die Funktion von Wirtszellen bzw. Zellen des Immunsystems. Die an den Standorten etablierten Tiermodelle ermöglichen es, Infektionsabläufe verschiedener Erreger zu studieren und neue Therapieformen Spezies-überschreitend zu erarbeiten. Die enge Verzahnung der Projekte erlaubt es den Doktoranden, mehrere Infektionsmodelle kennen zu lernen. Die über vier Semester fortlaufende Vorlesungsreihe „Immunmodulation“ und praktischen Übungen ergeben für die Doktoranden eine fundierte immunologische und molekularbiologische Ausbildung.
Zu Beginn der Forschungsarbeiten wird die Interaktion viraler und bakterieller Proteine mit den verschiedene Ebenen der „innate“ und „adaptive“ Immunantwort untersucht, um die vielfältigen molekularen Mechanismen zu verstehen und neue Konzepte der Immunmodulation zu entwickeln. Darauf aufbauend werden neue Strategien zur Immunmodulation in den bestehenden Infektionsmodellen getestet, die eine Verschiebung des Erreger/Wirt-Gleichgewichts zugunsten der spezifischen Immunabwehr bewirken. Die Forschungsrichtung dieser Arbeiten ist innovativ und sollte in Zukunft große Bedeutung erlangen, da derzeit Probleme bei der Therapie vieler Infektionskrankheiten unübersehbar sind.
Um diese komplexen Fragestellungen auf hohem Niveau bearbeiten zu können, hat sich die Interaktion von Immunologen, Virologen, Bakteriologen, Zellbiologen und Molekularbiologen als notwendig und fruchtbar erwiesen. Alle Antragsteller sind Infektiologen, die aber unterschiedliche Schwerpunkte auf den oben genannten Forschungsgebieten haben. Dieses breite Spektrum an Techniken und Wissen ermöglicht es, in Kooperationen sehr komplexe biomedizinische Mechanismen von Infektionen aufzuklären. Die vielen bereits etablierten Infektionsmodelle geben uns die Möglichkeit, neues Grundlagenwissen der Erreger-Wirts-Interaktion in therapeutische Konzepte zu überführen und diese für verschiedene Erreger in vivo zu etablieren. Für die bereits in den jeweiligen Arbeitsgruppen tätigen Doktoranden und für die Doktoranden des Graduiertenkollegs ergibt sich aus diesem Konzept die Möglichkeit, eine umfassende Spezialausbildung in dem komplexen Bereich der Infektionsforschung zu erhalten.